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Montag, 31. Dezember 2012

Director's Cuts, Einhörner und Replikanten: Ein Rückblick auf BLADE RUNNER (1982) - Teil 1

In den folgenden Wochen werde ich mich in einer vierteiligen Reihe von Beiträgen mit Ridley Scotts Blade Runner: The Director's Cut und dessen inhaltlicher Analyse auseinander setzen. Im ersten Teil geht's noch recht locker-flockig zur Sache und ihr erfahrt einiges über die Produktionsgeschichte des Films - sofern ihr das ohnehin nicht schon alles wusstet, ihr kleinen Besserwisser!

Sollte euch der zeitweilig akademische Ton sauer aufstoßen, so liegt ihr nicht ganz falsch: einige Passagen des nachfolgenden Textes entstammen einer wissenschaftlichen Arbeit anno 2003 im Rahmen meines Studiums, die aber leider nie fertig gestellt wurde (wenn ihr mich darüber lamentieren hören wollt, lauscht mal hier rein).

Teil 1: The Road to Blade Runner

Quelle: Warner Brothers

Die Genesis von Ridley Scotts Science Fiction-Thriller ist, ebenso wie die Dreharbeiten, von Missverständnissen und Kompromissen zwischen Filmemacher, Studio und Produzenten gezeichnet. Blade Runner entstand in einer Zeit, in der sich Produzenten und Studios zunehmend von der Megalomanie eigenwilliger Filmschaffender wie Francis Coppola, John Milius und Michael Cimino distanzierten und rapide steigende Budgets bevorzugt in leichter zu vermarktende High Concept Movies junger Filmemacher wie Steven Spielberg und George Lucas investierten. Scotts Stern am Himmel Hollywoods war noch nicht erstrahlt als die neuen Wunderkinder der amerikanischen Filmbranche mit Jaws (Der weiße Hai, 1976) und Star Wars (Krieg der Sterne, 1977) bewiesen, dass geradlinige Action-Abenteuer und der uralte Kampf von Gut gegen Böse in einer fantastischen Welt weitaus mehr Zuschauer in die Kinos locken konnten als die komplexen Charakterstudien Martin Scorseses oder Robert Altmans. Ein knappes Jahrzehnt nach dem Aufblühen des New Hollywood Cinema stand am Ende der siebziger Jahre ein neuer Wachwechsel in Amerikas Filmindustrie bevor, dessen Einflüsse bis zum heutigen Tag die weltweite Kinolandschaft prägen.

Montag, 24. Dezember 2012

Frohe Feiertage! War ein gutes Jahr... nicht großartig, aber gut

Christmas Evil (1980)
Vielen Dank an alle Leser und Zuhörer, die mir die vergangenen zwölf Monate versüßt und stellenweise richtig schwer gemacht haben. Was hat mich dieses Jahr gelehrt? Ich kann immer noch nichts mit The Avengers oder The Dark Knight Rises anfangen. Außenseiterkino (im mehrfachen Sinne) und unverhoffte Filmentdeckungen machen mir immer noch am meisten Freude. Und dass bestimmte Menschen eine Van Damme-Gurke wie Knock-Off für künstlerisch wertvoller befinden als Hard Target bringt mich fast um den Schlaf.

Das Jahr 2012 war ein gutes Jahr für dieses Blog. Immer noch erreiche ich zwar nicht viele Leser mit meinem erratischen Filmgeschmack irgendwo zwischen Sleaze, Arthouse und Mainstream-Kaboom - aber ich erreiche die richtigen Leser. Das ist mir persönlich sehr viel wichtiger.

Meine Wenigkeit und der Herr Gramsch (Danke auch an ihn, meinen sehr werten Co-Host!) teilen im Folgenden noch ein paar weihnachtliche Filmtipps mit euch und verbleiben mit den allerbesten Wünschen für die kommenden Feiertage.
Download: http://traffic.libsyn.com/bahnhofskino/Bahnhofscast_Bonus_6.mp3
(ca. 20MB)
Adios bis 2013!

Euer Lohmi

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Podcast #23: Cry-Baby (USA 1990) & Excision (USA 2012)

Die letzte Episode unseres Podcast vor den Feiertagen, und dafür haben wir zwei ganz besondere Leckerli aus dem DVD-Regal gekramt. Cry-Baby (1990), ein zuckersüßes Fifties-Musical vom Sleaze-Großmeister John Waters mit einer Besetzung für die Ewigkeit: Johnny Depp, Traci Lords, Joe Dallesandro, Iggy Pop, Ricky, Lake, Willem Dafoe und Bahnhofskino-Liebling Susan Tyrrell. Außerdem sprechen wir über einen Publikumshit des vergangenen Fantasy Filmfests, der im Januar 2013 auch in den deutschen Otto-Normal-Filmgucker-Kinos zu bestaunen ist. Das Debüt des immer noch fast gänzlich unbekannten Richard Bates, Excision (2012), mit - oha! - ebenfalls einer Traumbesetzung und John Waters und Traci Lords in Nebenrollen. Da schließt sich der Kreis. Außerdem beantworten wir Feedback und verlieren uns in Nebensächlichkeiten. Das Übliche eben, was ihr bereits von uns kennt.

Zusendung digitalen Schriftverkehrs (Weihnachtsgrüße?) an patrick@bahnhofskino.com, Ansonsten freue ich mich über Kommentare in diesem Blog oder auf unserer Facebookseite (siehe unten). Merci!

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Podcast Download: http://traffic.libsyn.com/bahnhofskino/Bahnhofscast_Episode_23.mp3 (ca. 55 MB)

Cry-Baby (1990) von John Waters. Quelle: New Line Cinema

Excision (2012) von Richard Bates Jr. Quelle: New Normal Film

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Podcast #22: Gnadenlos überschätzte Filme

Wir teilen in dieser vorweihnachtlichen Woche unsere Gedanken zu heftigst verehrten Filmen (oder gar *trommelwirbel* Meisterwerken!) mit euch, die wir für gnadenlos überschätzt halten. Dass "überschätzt" nicht gleichbedeutend ist mit "mies", soll dabei gleich zu Beginn mal klar sein. Und somit versuchen wir uns denn auch an etwas differenzierterer Kritik als ihr das von irgendwelchen Nerd-Troll-Foren ("Yo dude, Casablanca sucks ASS!") gewohnt seid. Wir hatten eine Menge diskussionsfreudigen Spaß bei der Aufnahme unseres Podcast und hoffen wie immer, dass es euch beim Lauschen ähnlich geht. Aufgrund ihrer epischen Länge von über zwei Stunden - ein neuer Rekord ...mal wieder - ist diese Episode unseres Bahnhofscasts übrigens auch für längere Bahn- und Autofahrten geeignet. Sit back, relax, enjoy.

Ich freue mich über digitalen Schriftverkehr an patrick@bahnhofskino.com, Kommentare in diesem Blog oder auf unserer Facebookseite (siehe unten). Merci beaucoup!

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Ob FORREST GUMP auch Erwähnung (oder gar Gnade) bei uns findet? Quelle: funnyjunk.com

Montag, 10. Dezember 2012

A Nightmare on Elm Street 3 - Dream Warriors (USA 1987) - ein paar Gedanken...

Nerds aus aller Herren (und Damen) Länder sind sich einig: Nightmare on Elm Street 3 - Freddy Krueger lebt ist der letzte gute Freddy-Film. Relativierend und um etwas kritische Distanz bemüht wird dann gerne anschließend im Flüsterton hinzugefügt, dass das zweite Sequel zum Original von Wes Craven auch derjenige Teil ist, der die Filmreihe beinahe unwiederbringlich in eine Endlosschleife aus albernen Todesszenen und mehr oder weniger witzigen Punchlines katapultierte. Aber der dritte Nightmare-Horrorfetzen ist viel mehr als der 80er-Cheese in Werbeclipästhetik mit bizarren Morden und zynischen One-Linern ("Welcome to prime time, bitch!"), als der er geliebt wird. Er ist nur logisch konsequent im kulturellen Kontext seiner Entstehung und dadurch eines der ehrlichsten B-Movies seiner Zeit.

US-Kinoplakat. Quelle: New Line Cinema

Lasst uns einen kurzen Blick zurück auf den 1985 auf die Menschheit losgelassenen Nightmare 2 - Freddy' Revenge (Nightmare 2 - Freddys Rache) werfen. Dieser ließ jegliches inszenatorische Geschick vermissen, katapultierte Freddy gar in die reale Welt (ein in diesem Fall missglückter Twist, den man für New Nightmare [Freddy's New Nightmare, 1994] wieder aufgriff) und wurde letztendlich bekannter für seinen sexuell desorientierten Protagonisten denn für Suspense und Schocks. Ein künstlerischer Flop, aber kommerziell immens erfolgreich. Es musste also schnell weiter gehen. Aber selbst ein Geschäftsmann wie Bob Shaye, Head Honcho des damals überwiegend für John Waters-Grostesken bekannten Studios New Line Pictures, erkannte schnell, dass das erste Freddy-Sequel keinen narrativen und inszenatorischen Raum ließ, um den filmischen Geldesel zur Serienreife zu bringen.


Thailändisches Kinoplakat. US-Kinoplakat. Quelle: New Line Cinema

Die Produzenten zogen ähnliche Schlüsse wie die Macher der ungleich mieseren Freitag der 13.-Reihe und ließen für Dream Warriors alle Ernsthaftigkeit und Ambition, halbwegs subtilen Psychohorror zu inszenieren, sausen. Größer, lauter besser und auch ein bisschen dümmer, so lautete die Devise. Und ja, letztendlich auch noch einmal finanziell wesentlich erfolgreicher als Freddy's Revenge. Zwar ist letzteres kein Qualitätsmerkmal, sichert aber (lasst uns mal ehrlich sein!) einer mehr von der Profitgeilheit der Produzenten als von künstlerischem Ehrgeiz angetriebenen Horrorfilmserie das Überleben. Und hey, letztendlich gäbe es ohne New Line Cinemas Aufstieg als güldener Phoenix aus der Asche des Low Budget-Schlocks heute weder Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie noch die wunderbarste aller Filmreihen über kreative Todesarten, Final Destination.


Französisches Kinoplakat. US-Kinoplakat. Quelle: New Line Cinema

Gibt es überhaupt Alternativen dazu, ein Horror-Franchise (das böse Wort) nach den ersten Teilen dem kommerziellen Irrsinn zu opfern? Ich weiß es nicht. Selbst als Freund ironiefreier Horrorkost schätze ich den Wahnsinn eines A Nightmare on Elm Street 3 (und Teile von Nightmare 4 bis 6) tausendfach mehr als die pflichtbewusste Langeweile der Halloween-Reihe, die nach dem wunderbaren Season of the Witch nur noch immer gleiche Variationen des Originals von John Carpenter hervor brachte, ohne dessen Klasse zu erreichen. Da half es auch nicht, im achten Teil Busta Rhymes kickboxenderweise gegen Michael Myers antreten zu lassen. Und ein ach-so erwachsenes und zeitgemäßes Remake des ersten Nightmare? Gimme a break!


Britisches Kinoplakat. US-Kinoplakat. Quelle: New Line Cinema

Mein Auge mag nostalgisch getrübt sein, aber ich mag den ollen MTV-Freddy.

Freitag, 30. November 2012

Podcast #21: Freaks (USA 1931) & Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod (ESP 2010)

You dirty... slimy... FREAKS!

Nein, nicht ihr, sondern natürlich die Protagonisten unseres gleichnamigen Filmes Numero Uno im dieswöchigen Podcast sind gemeint. Wir sprechen über einen der großen Klassiker des Horrorfilms, Tod Brownings Freaks - Missgestaltete aus dem Jahr 1932. Anschließend widmen wir uns einem weiteren bedeutenden Auteur des fantastischen Films - Alex de la Iglesia. Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod (Balada Triste de Trompeta) erzählt die fast schon rührende Geschichte einer Dreiecksbeziehung im Gewand eines auf Hochglanz polierten Exploitation-Films. Klingt nach einer Menge Spaß? Wir verraten euch, ob dem so ist. Vorher 20 Minuten wirre Gedanken zu Wong Kar-Wai, Hugh Grant, denglischen Titeln für französische Filme, und einem John Lennon-BioPic. Enjoy!

Seid ihr mitteilungsfreudig? eMails bitte an patrick@bahnhofskino.com, postet Kommentare ins Blog oder auf unserer Facebookseite (siehe unten). Merci vielmals!

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Podcast Download: http://traffic.libsyn.com/bahnhofskino/Bahnhofscast_Episode_21.mp3 (ca. 47 MB)

Quelle: Warner/M-G-M

Quelle: Koch (Verleih)
 

Montag, 26. November 2012

The Stabilizer (IN 1984) - zuckersüßes Actionkino aus Indonesien

Erschöpft von einer harten Woche? Zoff mit der oder dem Liebsten? Keine Lust, den besten Freund anzurufen und wieder mal so richtig einen drauf zu machen? Oder wurde gar dein Vater von einer Drogendealerbande unter Beihilfe des indonesischen Mr. T entführt?

Keine Sorge. Peter Goldson hilft, das ins Ungleichgewicht geratene Gefüge dieser Welt wieder gerade zu rücken. Denn er ist...


Wandschmuck im Schlafzimmer des "Stabilizers" und seiner (toten) Verlobten.

Wieder mal haben wir den besten Film der Welt vor uns liegen. The Stabilizer hat alles, was man sich von einem Actionthriller wünscht: einen charismatischen Helden, den sympathischen Buddy mit Hang zu dummdreisten Sprüchen, eine Handvoll sexy Ladies, Knarren, Autos, Explosionen, und natürlich einen adäquat moralisch verrohten Oberbösewicht in der Form von Greg Rainmaker.


Mister Rainmaker weiß, was die Ladies lieben.
Ein Bösewicht segnet das Zeitliche - in diesem Fall mit Zuhilfenahme des Sägeblatts eines Rasenkantenmähers. Autsch!

 Der Plot ist so simpel wie effektiv: der US-Geheimagent Peter Goldson (Peter O'Brien) und seine Partnerin Sylvia Nash (Gillie Beanz) reisen nach Jakarta, um dort dem Drogenbaron Greg Rainmaker (Craig Gavin) und seinem Kartell The Golden Triangle in die Kokainsuppe zu spucken. Dabei steht ihnen Goldsons alter Freund, Kuperstecher und Kollege Johnny (Harry Capri) zur Seite. Ausreichend Gelegenheit für Goldson aka "The Stabilizer", sein Faible für tief geschnittene Shirts, junge Damen und scharfe Waffen unter Beweis zu stellen.

Die Bad Guys erkennt man stets problemlos an ihren güldenen Ohrringen...
...und die Good Guys schnell an ihren stets adretten Outfits.

The Stabilizer ist Heavy Action der ganzen harten Sorte. Schon wenige Sekunden nach Beginn des Films werden Fensterscheiben, Tische und allerlei technisches Gerät platt gemacht. Ein paar Tränen der ihres Vaters beraubten Tochter (Dana Christina) und ein brennendes Haus später landet auch schon unser Held auf indonesischem Terrain, nur um Minuten später ein Dutzend Autos und Obststände in ihre Einzelteile zu zerlegen. Und da Goldson eben ein Superagent ist, dauert es auch nicht lange, bis er und Johnny in die Hände einer Karte gelangen, die ihnen schnurstracks den Weg ins Schurkenhauptquartier weist, in welchem der entführte Professor Provost (Kaharudin Syha) gefoltert wird.

"Ha, die Karte. Jetzt haben wir haben sie!"
Wer so lustvoll an seinem Gummiknüppel spielt, vor dem sollte man sich besser in Acht nehmen.

Wir werden mehrfach Zeuge davon, wie schnell Knie brechen, wenn Greg Rainmaker mit seinen Zehn-Kilo-Nagelschuhen dagegen tritt. Zudem lernen wir wichtige Lektionen über indonesische Behausungen, die nur vermeintlich aussehen wie aus Ziegel und Mörtel gebaut, aber wie ein Kartenhaus zusammen fallen wenn man mit der Enduro gegen eine Wand rast. Nicht zuletzt erfahren wir einiges über landestypische Freizeitbeschäftigungen wie das Verspeisen lebender Echsen und amüsantes Dinner-Entertainment in Form von Artisten mit Hang zur Selbstverstümmelung.

Als ignoranter Europäer will ich ja nicht vorschnell urteilen, aber---
...und das hier sieht auch nicht gerade nach dem aus, was ich so sehen will während ich mein Schnitzel à la Jakarta verspeise.

Um endlich mal zum Punkt zu kommen: The Stabilizer ist ein wunderbares Action-B-Movie mit dem Herz am richtigen Fleck. Man spürt jedem Meter Film an, dass die Filmemacher (produced by the Punjabi Brothers!) alle spärlichen Ressourcen in diese 90 Minuten-Granate gekippt haben, die ihnen zur Verfügung standen. Zwar weicht der Irrsinn der ersten halben Stunde des Films, die uns in herrlich knackig-abstrusen Rückblenden die Hintergrundgeschichte von Goldson und Rainmaker nahe bringt, irgendwann einem eher konventionellen Actionplot, doch das tut dem Vergnügen keinen Abbruch. Wer unprätentiöses, im besten Sinne geisteskrankes Low-Budgetkino mag, der wird The Stabilizer lieben. Ich würde soweit gehen und sagen, der Regisseur mit dem schönen Namen Arizal ist der indonesische Andy Sidaris - ein echter Meister seines Fachs.

Ein Leitmotiv des Films ist der Hang aller Mitwirkenden zu Lederjackets und Netzhemden.
Und zum Schluss eine kleine Preisfrage (ohne Preis): was zeigt uns diese - von mir in keiner Form manipulierte - Kameraeinstellung?

P.S.: Psssst, diesen und viele andere in den USA von Troma vertriebene B-, C- und Z-Movies gibt es derzeit gratis im Tromachannel auf YouTube ...und natürlich in wesentlich attraktiverer Qualität als #40 in der DVD Trash Collection aus dem Hause CMV.


Dienstag, 20. November 2012

Podcast #20: Heathers (USA 1988) & True Romance (USA 1993)

Stört es euch, wenn wir schon mal während der Aufnahme einer Episode nervös summend nach dem roten Faden suchen? Oder das Telefon klingelt und sich die Frage im Raum breit macht, wer denn nun abnimmt? Oder live on tape die Erinnerung verblasst, wo und wann wir einen Film zum ersten Mal sahen? Falls ja, so wendet eure Blicke und Ohren von diesem Podcast ab und sucht euch eine schöne Alternative. Allen treu Verbliebenen präsentieren in dieser Woche den Christian Slater Double Whopper mit zwei seiner entzückendsten Filme. Zum einen Heathers, der in unseren Breiten viel zu lange unter dem dämlichen Titel Lethal Attraction Kinos und TV-Röhren bespielte. Außerdem sprechen wir über Tony Scotts (R.I.P.) True Romance, der Adaption des ersten Drehbuchs von Quentin Tarantino. Ein Dutzend Weltstars geben sich die Klinke in die Hand und produzieren ein mit Popkulturzitaten gespicktes, blutiges Festtags-Fresschen. Bon Appetit!

Außerdem ein paar schöne Filmtipps im Intro und wie immer viel Rock'n Roll, Koks und gute Laune mit dem ollen Lohmi und Herrn Gramsch.


Bock auf noch mehr Tarantino Podcast Goodness? Guckt mal hier und hier.

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Podcast Download: http://traffic.libsyn.com/bahnhofskino/Bahnhofscast_Episode_20.mp3 (ca. 42 MB)

Quelle: New World Pictures

Quelle: Warner Brothers

Mittwoch, 14. November 2012

Podcast #19: Mario Bava & Coffin Joe - Danger: Diabolik (I 1968) & At Midnight I'll Take Your Soul (BRA 1964)

Eine unserer wirrsten und schönsten Episoden bisher, wie ich finde. Wir spielen in dieser Woche öffentlich-rechtlicher Hörfunk und versuchen, unserem Bildungsauftrag gerecht zu werden. Dazu reden wir über zwei wunderschöne Exemplare des fantastischen Films der 60er Jahre, die hierzulande fast unbekannt sind: José Morica Marins' À Meia-Noite Levarei Sua Alma a.k.a. At Midnight I'll Take Your Soul (falls euer Portugiesisch etwas eingerostet ist), in dem wir den in seiner brasilianischen Heimat mittlerweile legendären Coffin Joe kennen lernen; und Mario Bavas Eurocrime-Comicperle Gefahr: Diabolik (Danger: Diabolik), der ja seit vielen Jahren zu meinen Lieblingsfilmen gehört und nun endlich auch in einem deutschsprachigen Podcast mal ein Plätzchen findet. Außerdem berichtet Daniel, wie ihm der neue Bond Skyfall (2012) gefallen hat, was ungeplanterweise dazu führt, dass unser Intro extrem lang und extrem Bond-lastig wird. (Ungeduldige dürfen gerne bis zu Minute 34 vorspulen) Und ach ja, wir beantworten Zuhörer-Feedback zur letzten Episode. Good stuff!


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Podcast Download hier (ca. 45 MB)

Danger: Diabolik. Quelle: Paramount

At Midnight I'll Take Your Soul. Quelle: unbekannt

Die Definition von Trash

Ich mag keinen Trash. Trash ist ein Unwort - etwas Fauliges. Abfall. Und es stinkt. Ich verstehe all diejenigen selbsternannten Trash-Connaisseure nicht, die sich einen Sport daraus machen, jeglichen auf Zelluloid gebannten Müll à la Transformers oder Police Academy VI aufzuspüren und ihn selbstzufrieden und mit ironischer Distanz zu konsumieren.

"Das ist so schlecht, dass es schon fast wieder gut ist."

Falsch. In 99% alle Fälle ist schlecht einfach, äh, schlecht und nichts anderes. Langweilig. Öde. Uninspiriert. Und beim verbliebenen 1% würde ich vermutlich argumentieren, dass es sich nur im Auge von Ignoranten um einen im klassischen Sinne schlechten Film handelt. Ist Lady Terminator ein mieser Film und darf der Lächerlichkeit preis gegeben werden, weil das winzige Budget mit der Ambition (nicht zwangsläufig dem Talent) der Filmemacher nicht Schritt halten konnte und ihm der amerikanische Verleih eine dürftige Synchronisation verpasst hat? War er nicht dennoch unterhaltsam? Und einzigartig? Etwas Besonderes? Aha!

Trash a.k.a. schlechtes Kino ist, wenn zynische Filmemacher Budgets in dreistelliger Millionenhöhe für blutleere Multiplexware verbraten, ohne einen Funken Kreativität, Hirn und Herz in ihr Werk zu investieren. Was ihr als Trash kennt, sind de facto B-Movies - die ungeliebten Stiefkinder der Filmgeschichte mit dem Herzen aus Gold. Man sollte sie lieben und achten und ehren und nicht belächeln. Spart euch euren Spott für all die raffgierigen Kreativlosen, die ihr oben links auf dieser Grafik platzieren würdet:


Motzerei vorüber. Danke für eure Aufmerksamkeit.

Samstag, 10. November 2012

Adult Horror im Eiszeit Kino in Berlin

Ich bin ja kein großer Fan des augenzwinkernden, postmodernen Horrorfilms, der sich in Form von Funny Games und Cabin in the Woods  - um nur zwei prominente Beispiele zu nennen - immer wieder in unsere Lichtspielhäuser verirrt und im Falle eines kommerziellen Erfolges auch gleich x-fach kopiert wird und zur durch die Multiplexe dieser Welt grassierenden Pest wird.

Scream, anyone?

Umso mehr freut es mich da, dass sich die zwei unerschrockenen Filmfreunde Hendrike Bake und Tom Dorow seit einigen Wochen unter dem Motto Adult Horror - The Terror Never Stops im Berliner Eiszeit Kino stark machen gegen die allgemeine Tendenz, den filmischen Horror durch zunehmende Ironisierung, Kommerzialisierung und inhaltliche Anpassung an jugendliche Zielgruppen seiner Seele zu berauben. Das komplette Manifest der Adult Horror-Macher findet ihr hier.

Das Adult Horror Filmprogramm für November 2012
Im November erwarten euch noch folgende filmische Schmankerl: Wake Wood (16. November 2012), der vierte Film aus den reanimierten Hammer Studios, der es trotz brillanter Kritiken hierzulande nicht einmal ins Kino schaffte. Der hervorragende Take Shelter (23. November 2012), über den ich mich kürzlich schon im Rahmen unserer Podcast lobend äußerte und sicher zu meinen Lieblingsfilmen des vergangenen Jahres gehört. Und [REC] (30. November 2012), der vor einigen Jahren bewies, dass man dem Found Footage Horrorfilm noch immer neue, verstörende Seiten abgewinnen kann.

Im Dezember 2012 steht folgendes Programm ins Haus:


  • 7. Dezember: The Woman in Black von James Watkins ...für mich eine DER Überraschungen dieses Kinojahres.
  • 14. Dezember: Audition von Takashi Miike ...autsch, wenn ich nur daran denke, schmerzt mein Knöchel.
  • 21. Dezember: The Shining von Stanley Kubrick in 35mm ...ich erspare mir weitere Worte.
  • 28. Dezember: Drag Me To Hell von Sam Raimi ...hysterischer Oldschool-Horror von einem der Meister des Genres.


Adult Horror Movies - jeden Freitag um 23 Uhr im Eiszeit Kino Berlin-Kreuzberg (Zeughofstr. 20, 10997 Berlin). Ich spreche hiermit meine wärmste Empfehlung aus.

Dienstag, 6. November 2012

Podcast #18: The Terminator (USA 1984) & Lady Terminator (IND 1988)

Zwei Meisterwerke des Science Fiction-Kinos der 80er Jahre erwarten euch und uns in dieser Woche: James Camerons The Terminator (1984) mit big old Arnie und dem von mir sehr verehrten Lance Henriksen in einer kleinen, feinen Nebenrolle; und Lady Terminator a.k.a. Nasty Hunter a.k.a. Pembalasan ratu pantai selatan (uff!) aus dem Jahre 1988... oder 1989, das weiß keiner so ganz genau. Wer diese Filme nicht liebt, der hat kein Herz... sage ich jetzt einfach mal so. Punkt. Jedenfalls lässt sich herrlich darüber podcasten und ich hoffe, ihr habt ebenso viel Spaß beim Lauschen wie wir im, ähem, Tonstudio a.k.a. Wohnzimmer.


Feedback bitte an patrick@bahnhofskino.com. Und zum wiederholten Male mein frommer Wunsch: hinterlasst bei Gefallen bitte eine Bewertung für uns im iTunes Store. Das ist Balsam auf Lohmis dunkler Seele. Danke!

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Quelle: Orion Pictures / MGM

Freitag, 2. November 2012

Podcast #17: Halloween (USA 1978) & Calvaire (B 2004)

We are back, Baby! Unsere kleine Zwangspause von einem Monat ist vorüber und wir starten durch mit einem echten Knaller.

John Carpenter oder Fabrice du Welz? Die Nacht des Grauens oder Tortur des Wahnsinns? Gemütlicher Oldschool-Slasher oder ambitionierter Psychoterror? Kürbiskuchen oder belgische Waffeln? Wir lassen euch die Wahl und sprechen gerade mal drei Tage nach Halloween - also fast noch pünktlich - über zwei ganz unterschiedliche Horrorfilme - Halloween (1978) und Calvaire (2004).

Danke an alle, die uns ihre Filmwünsche für die dieswöchige Episode unterbreitet haben, insbesondere an unsere Zuhörer Mirco und Daniel für die Gewinnervorschläge. Und als kleiner Trost an alle, deren Einreichungen wir diesmal nicht berücksichtigen konnten: es wird nicht der letzte Wunschkonzert-Podcast in diesem Blog sein.

Ein 4-Disc rundum-glücklich-Special-Edition-DVD-Set von Peter Jacksons kriminell unterschätztem The Frighteners (1996) geht an Christopher aus Neheim. Herzlichen fucking Glückwunsch!

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P.S.: Ich behaupte einfach mal dummerweise im Laufe dieser Episode, dass es nur fünf Halloween-Sequels gibt... dabei sind es sieben(!). Pardonnez-moi :-/

Quelle: Compass International Pictures

Quelle: Studio Canal

You gotta love Jamie, damnit!

Ach, jetzt tut nicht so scheinheilig. Euch gefällt es doch auch...


Mittwoch, 24. Oktober 2012

Bonus Podcast #5: Unser *ähem!* cineastischer Oktober 2012

Oh wie sehr freue ich mich darauf, ab nächster Woche endlich wieder regelmäßig mit meinem liebsten Co-Host Daniel über filmische Mach- und Meisterwerke von Sleaze bis Arthouse podcast-technisch zu schwadronieren. Als kleinen Appetitanreger auf The Return of the Bahnhofskino Podcast Anfang November palavern wir improvisierterweise über ein gutes Dutzend mehr oder weniger aktuelle Filme, die uns im Oktober erfreut haben.

Nicht vergessen: ein paar Tage lang habt ihr noch die Chance, uns Vorschläge für unser Hörerwunsch Halloween Podcast Special zu senden (an patrick@bahnhofskino.com, als Kommentar im Blog oder besucht uns beim Farcebook).

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Quelle: Sony Pictures Classics

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Bonus Podcast #4: US-Fernsehserien und so...


Es ist Zeit für eine Bonus-Bahnhofscast (BoBaCa) vor einer kleinen Babypause von zwei, drei Wochen. Zuvor lassen Daniel und ich das Genrekino mal für ein Stündchen links liegen (schaaade!) und teilen unsere Gedanken zu einigen TV-Perlen der letzten Jahre mit euch (juhuu!): The Sopranos (1999-2007), Breaking Bad (2008-2013), Sons of Anarchy (seit 2008), Die Simpsons (seit 1989), Dexter (seit 2006). Und wir sinnieren am Beispiel von Friends (1994-2004) über die Frage, wann eine Serie ihr natürliches Haltbarkeitsdatum überschreitet und beginnt, unangenehm zu miefen. Sobald mein geschätzter Co-Host seine Studien erfolgreich beendet hat und ich endlich weiß, wie man einen Säugling windelt und sich blitzschnell vor Urinfontänen duckt, geht es im November absolut kinderfreundlich, politisch korrekt und weichgespült weiter.

Just kidding.

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Um die Wartezeit bis zur nächsten Episode zu überbrücken, hört doch mal in einen unserer früheren Podcasts rein oder postet euren Vorschlag für unser Halloween Podcast-Spektakel Extraordinaire an die Facebook-Pinwand.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Nach Halloween ist VOR Halloween...

Die schönste Monat des Jahres ist gekommen. Warum ist der Oktober so schön? Weil am Ende Halloween auf uns wartet. Das ist der Tag, an dem sich in Nordamerika kleine Kinder als fiese Monster verkleiden und mittelmäßige Horrorfilmchen die Multiplexe füllen. Hierzulande ist es vor allem der Tag, an dem sich große Kinder in Irish Pubs oder Sports Bars besaufen und danach wie besoffene Monster durch die Straßen irren.

Viel wichtiger: der 31. Oktober ist der Stichtag für eure Teilnahme am Fast-noch-Halloween Podcast Spektakel 2012.

Was macht dieses Spektakel so spektakulär? IHR könnt bestimmen, über welche Filme wir in dieser Sonderausgabe unserer Podcast sprechen. Einzige Bedingung ist, dass es sich bei eurem Vorschlag um einen Horrorfilm handelt. Schickt euren Wunschtitel bis zum 31. Oktober an patrick@bahnhofskino.com oder hinterlasst den Titel eures Favoriten als Beitrag auf unserer Facebook-Seite. Nach dem Einsendeschluss losen wir zwei Gewinnerfilme aus, die wir in der Woche nach Halloween be-podcasten. Als zusätzlichen Anreiz gibt es außerdem ein großartiges filmisches Schätzchen auf Blu-Ray zu gewinnen, das wir unter allen Teilnehmern verlosen.

Mitmachen, Fuckers!

Freitag, 28. September 2012

Podcast #16: Blade Runner (USA 1982) & A Scanner Darkly - Der dunkle Schirm (USA 2006)

Wir tun einfach so, als sei darüber nicht bereits alles gesagt und widmen uns diese Woche der wohl meistgeliebten und besten Philip K. Dick-Verfilmung aller Zeiten: Ridley Scotts Blade Runner. Was ist so toll daran? Und was wurde noch nicht tausend Mal über den Film erzählt? Was bedeutet uns der Film persönlich? Welche Version (Kinofassung? Director's Cut? Final Cut?) ist die Beste? Und inwiefern spielt der jahrzehntelange Kult um Blade Runner in unsere Wahrnehmung des Films hinein? Schwierige Fragen, aber wir bemühen uns um Antworten. Ein knappes Vierteljahrhundert später versuchte sich Slacker-Auteur Richard Linklater an einem anderen populären Roman des Science-Fiction-Autors und heraus kam A Scanner Darkly, ein Low-Budget-Animationsfilm mit großen Stars (Ki-äää-nu!), der aber kaum eine Katze geschweige denn Menschen hinter dem Ofen vorlocken konnte. Ein verdienter Flop oder verkanntes Meisterwerk?

Androiden mögen von elektrischen Schafen träumen, ich hingegen nur davon, wie wir unsere Bahnhofscast noch schöner-schicker-sexier für euch machen können. Bitte schickt euer Feedback an patrick@bahnhofskino.com, hinterlasst Kommentare im Blog oder besucht uns beim Farcebook.

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"Blade Runner" Poster anno 1992. Quelle: Warner

Ki-äää-nu Reeves in "A Scanner Darkly". Quelle: Warner

Dienstag, 25. September 2012

Van Damme mal RICHTIG gut: Hard Target - Harte Ziele (USA 1993)

Ich mag den ollen Van Damme. Ich mag ihn so sehr, dass er bereits in der zweiten Ausgabe unseres Podcast mit einem seiner berüchtigsten Filme einen wohl verdienten Auftritt hatte. Meine Leidenschaft für Bloodsport mag nicht so groß sein wie für einige der nachfolgend genannten Streifen, aber für nacktes, hartes Action-Entertainment ohne den Anspruch, große Kinokunst zu sein, ist der alte Belgier auf jeden Fall meistens gut.

Im ersten Teil meines kleinen JCVD Double-Features möchte ich euch von seinem besten Film erzählen. Spitzt die Ohren!

JCVD guckt böse und leicht irritiert. Quelle: Universal

Es gibt so manches Schätzchen in Van Dammes Filmographie, welches berechtigterweise Anspruch auf die Auszeichnung als absolutes Highlight im Oeuvre der Muscles from Brussels erheben könnte: Cyborg (1989) von DTV-Auteur Albert Pyun beispielsweise; oder Sudden Death (1995) - mit Sicherheit einer der unterhaltsamsten Stirb langsam-Klone, die bis Mitte der 90er Jahre die Kinoleinwände fluteten; JCVD (2008), in dem er seinen eigenen Mythos demontierte - für meinen Geschmack allerdings einen Hauch zu selbstverliebt; und nicht zuletzt Universal Soldier: Regeneration (2009), der beste Direct-to-Video Actionkracher des vergangenen Jahrzehnts.

Unantastbar an erster Stelle ist und bleibt für mich aber Hard Target (1993). John Woos US-Regiedebüt wurde bei Erscheinen nur müde belächelt als idiotisches B-Movie mit realitätsfernen Actionszenen. Der Hauptdarsteller, der als Träger eines extravaganten Haarschnitts und mit dickem französischen Akzent verpackt in ein Flanellhemd so gar nicht dem Bild entsprach, dass Kinogänger von einem muskelbepacktem Haudegen aus den Südstaaten haben, trug seinen Teil zu Spott und Häme bei.

All diejenigen, die so denken, liegen falsch.

Hard Target hat sooo viel zu bieten, es ist beinahe beschämend:

1. Chance Boudreaux (Van Damme) ist ein dermaßen harter Hund, dass er Klapperschlangen elegant mit seinen Patschehändchen bezwingt und abschließnd durch einen gezielten Biss tötet. Um seine Gegner möglichst effizient abzuknallen, schreckt er auch vom Surfen auf einem Motorrad nicht zurück (ein Gag, den John Woo einige Jahre später im Mission: Impossible-Sequel mit Tom Cruise wiederholen würde. Da war er allerdings in seiner Hollywood-Karriere soweit vorangekommen, dass alle den Gag plötzlich ganz toll und so gar nicht mehr albern fanden). Wenn Boudreaux schießt, explodieren nicht nur die Bad Guys bzw. deren mit Farbbeuteln prall gefüllte Jäcklein, sondern auch noch gleich jede brennende Mülltonne und Pappmaché-Wand in unmittelbarer Umgebung). Und selbst der liebe alte Opi Wilford Brimley wird eiskalt nach ein paar Schüssen ins Knie exekutiert. Autsch! Hard Target ist so bockenhart, gnadenlos over-the-top und John Woos Inszenierung dabei so theatralisch-pompös und prall gefüllt mit atemberaubend unnötigen Explosionen in Zeitlupe, dass es einfach nur Spaß macht.

Lance Henriksen und Arnold Vosloo gucken einfach nur böse. Quelle: Universal
 2. Der von Richard Connells Short Story Graf Zaroff - Genie des Bösen (The Most Dangerous Game) entliehene Plot ist ein Garant für grundsolide Thrillerspannung: ein Unschuldiger Mann wird aus Spaß und sportlichem Antrieb heraus gejagt. Gut und Böse sind klar definiert - hier das vermeintlich hilflose und getriebene Opfer, dort die aristokratischen, zynischen Bad Guys - und los geht's! Es überrascht nicht, dass Connells spannende Geschichte über eine Großwildjagd auf Menschen schon unzählige Male mehr oder weniger erfolgreich adaptiert wurde. Zu erwähnen sind auf jeden Fall die 1932er Verfilmung von Ernest B. Schoedsack, der ein Jahr später gemeinsam mit Merian C. Cooper und King Kong (1933) Kinogeschichte schreiben sollte. Außerdem möchte ich eine Lanze brechen für Ice-T, der von Rutger Hauer in Surviving the Game (1994) gejagt um sein Leben rennt. Ein überdurchschnittlich guter B-Actionthriller, für den man sich ebenfalls die Mühe machen sollte, die Videothek seines Vertrauens zu besuchen.

3. Die Darsteller: erwähnte ich bereits, wie verdammt nochmal fucking bad-ass Jean-Claude Van Damme in diesem Film ist? Okay. Und dass der Meister Eder der Südstaaten, Wilford Brimley, auch im Boot sitzt? Ja? Dann bleibt mir nur noch der dezente Hinweis auf drei weitere Veteranen des gepflegten B-Movies - den Darkman Arnold Vosloo als fieser Henchman Pik van Cleef (nur einer von vielen tollen Namen in Hard Target). Außerdem adelt Ted Raimi den Film mit einem Kurzauftritt. Wenig verwunderlich, ist doch sein Bruder, Tanz der Teufel-Regisseur und späterer Superstar-Filmemacher Sam Raimi, einer der Produzenten des Films. Last but certainly not least: Lance Henriksen als Oberbaddie Emil Fouchon. Henriksen ist in meinen Augen einer der ganz selten anzutreffenden Schauspieler, der allein durch seine Präsenz darin jeden Film besser macht. Ohnehin gute Filme wie Camerons Aliens (1986) oder Bigelows Near Dark - Nacht hat ihren Preis (1987) macht er zu Meisterwerken. Aber selbst unterdurchschnittliche B-Movies wie Nightmares (1983), Mindripper (The Outpost, 1995) oder diverse Pumpkinhead-Streifen sind durch sein eingefallenes Knautschgesicht und lakonische Art um ein Vielfaches besser und - in einigen Fällen - nur durch ihn überhaupt zu ertragen. Wäre ich gläubig, würde ich Henriksen als schauspielerndes Gottesgeschenk für das US-Genrekino bezeichnen. Ach was, ich tue es auch so: Lance, du bist der Heiland ohne Heiligenschein. Amen!

Abschließend ein warnender Hinweis und Tipp: von Hard Target existieren zwei Fassungen - die für ein R-Rating stark gekürzte Kinoversion sowie ein ungekürzter Director's Cut, den es in Großbritannien auf VHS sowie einer mittelmäßigen DVD gibt. Letztere Schnittfassung empfehle ich natürlich und hoffe auf eine ansprechende und vor allem hochauflösende Veröffentlichung in naher Zukunft.


Nächstes Mal in diesem Blog: Van Dammes Karriere-Tiefpunkt... stay tuned!

Samstag, 22. September 2012

Podcast #15: Missverstandene Filme - zu Recht und Unrecht und irgendwo dazwischen

Ein kränkelnder Daniel und ein termingeplagter Lohmi sind nur zwei Gründe dafür, dass wir diese Woche mit dem Podcast etwas improvisieren mussten. Nichtsdestotrotz konnten wir 90 nerdig-geschwätzige Minuten für euch füllen mit unserem Senf zu Filmen, die im Guten wie Bösen verkannt oder missverstanden wurden. Wir sprechen und debattieren über Starship Troopers (1997), Magnolia (1999), The Shining (1980), Mulholland Drive (2002) und erteilen pseudo-profundem Dreck wie Forrest Gump (1994) und A Beautiful Mind (2001) eine verdiente Abwatsche. Außerdem berichtet Daniel im extra-langen Intro, warum das RTL TV-Movie der Woche Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer für ihn das filmisch interessanteste Werk der Woche war. Hmmm... Viel Spaß beim Lauschen, Mitfreuen und Mitärgern. Ihr habt es euch verdient!

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