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Dienstag, 19. Dezember 2006

Ist schon wieder ein Jahr vorüber?!?

Bereits vor einigen Jahren beschlich mich das Gefühl, dass es wohl in Kürze nichts mehr erwähnenswert Neues in der Welt der digitalen Silberscheiben geben würde. Waren nicht etwa fast alle populären wie auch obskuren Klassiker in den Wohnzimmern der Welt in passabler oder gar guter Qualität angekommen? Falsch gedacht, denn 2006 erwies sich in der Bandbreite seiner DVD-Veröffentlichungen den vorhergehenden Jahren als durchaus ebenbürtig. Criterion, Universal und Warner versorgten zumindest US-amerikanische Cinephile mit heiß ersehnten Klassikern. Fox legte uns kürzlich alle zwanzig 007-Klassiker in brillanter Qualität auf den Gabentisch. Anchor Bay überrascht immer noch mit wunderbaren Kuriositäten und sogar dem ein oder anderen Klassiker wie The Long Good Friday (1980) in einer Deluxe-Ausgabe, und deutsche Labels wie Capelight und E-M-S sind drauf und dran, selbst den großen Studios in Sachen Qualitätsveröffentlichungen den Rang streitig zu machen.


Da stört es kaum noch, dass die in den letzten 12 Monaten im Kino gelaufenen Filme ein überwiegend trauriges Bild abgaben. Wer sich also die €10 für einen kaugummiverklebten Kinosessel und ein Fläschchen schlecht temperiertes Bier sparen möchten, sollte entweder noch ein paar Tage auf Lohmis persönliches Best of dieses Jahres warten oder mal bei Glenn Ericksons Most Impressive DVDs of 2006 reinschauen. Zumindest für Freunde etwas anspruchsvollerer Filmkunst dürfte der ein oder andere gute Tipp dabei sein, um sich die nahenden Feiertage mit der ein oder anderen Filmperle zu versüßen... und ja, auch Liebhaber trashiger Science Fiction werden bedient. Also keine Panik!

Dienstag, 12. Dezember 2006

Herzlichen Glückwunsch zum Hundertsten, Lulu!

Ist es überhaupt noch moralisch vertretbar, der großen Louise Brooks mit knapp einem Monat Verspätung zum Geburtstag zu gratulieren? Wird sie deswegen gar im Grabe Purzelbäume schlagen? Hmm, unwahrscheinlich... Sollte sie jedoch von dort oben am himmlischen Firmament der Hollywoodlegenden tatsächlich einen Blick auf dieses Blog werfen, so hat sie sicher bereits diesen kleinen Gruß als schamlose Werbung für ihr filmisches Vermächstnis Die Büchse der Pandora (1929) durchschaut.


Georg Wilhelm Pabsts (Die Freudlose Gasse) Meisterwerk des Weimarer Kinos ist nun endlich in einer diesem Titel würdigen, liebevoll gestalteten DVD-Edition aus dem Hause Criterion erschienen. Das Doppel-DVD-Set enthält die kürzlich durch das Münchner Filmmuseum restaurierte Fassung in der korrekten Abspielgeschwindigkeit von 20 Bildern/Sekunde (leider heutzutage keine Selbstverständlichkeit bei Stummfilmveröffentlichungen!), einen informierten Audiokommentar vom Thomas Elsaesser und Mary Ann Doane, Interviews mit Brooks und Pabsts Sohn Michael, und ein knapp 100-seitiges Booklet mit erhellenden Essays. Wichtigste Erkenntnis hieraus ist wohl, auf welch schmalem Grad Brooks zwischen ihrem Leben und dem der fiktiven Lulu aus Frank Wedekinds 1890er Drama wandelt. Unberechenbar, frivol, dabei augenscheinlich naiv und einfach bezaubernd, so das öffentliche Bild von Brooks, welches sie bis zu ihrem Tode im Jahre 1985 pflegte. Nie verkörperte ein anderer Star so sehr die nicht mehr sichtbare Grenze zwischen Realität und filmischer Fiktion. Hierfür und für eine darstellerische Leistung für die Ewigkeit in Die Büchse der Pandora (und natürlich Tagebuch einer Verlorenen [1929]) gebührt ihr der Respekt und die Bewunderung aller Filmliebhaber. Darauf einen Gin Fizz!

Cheers, Lulu!

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